VfR Historie

Der VfR 09 Meerholz ist ein Verein im Fußballkreis Gelnhausen mit etwa 400 Mitgliedern. Aktuell spielt die Erste Mannschaft des Vereins in der Kreisoberliga Gelnhausen, während die Zweite Mannschaft in der Kreisliga B um Punkte spielt. Zudem gibt es eine SoMa-Mannschaft („Alte Herren“) und eine von den unteren Jahrgängen her beginnende Jugendspielgemeinschaft mit dem Nachbarn FSV Hailer (JSG Hailer/Meerholz). Ältere Spieler lassen wir mit Gastspielrecht bei Spielgemeinschaften antreten, bei denen der FSV Hailer beteiligt ist. Unser Ziel ist es, in wenigen Jahren in der JSG Hailer/Meerholz in allen Altersklassen eigenständige Jugendmannschaften zu haben.

Der Verein verfügt über zwei Naturrasenplätze in hervorragendem Zustand (Heinz-Jakob-Sportanlage, Am Viadukt, Meerholz), ein vereinseigenes Sportlerheim (Heinrich-Kreutzer-Sportlerheim) sowie über exzellente Trainingsmöglichkeiten in der kalten Jahreszeit in der benachbarten Sport- und Kulturhalle. Das Sportgelände des VfR 09 Meerholz liegt nur einen Steinwurf entfernt vom ehemaligen Mittelpunkt der Europäischen Union (vor dem Beitritt Kroatiens am 1.7.2013).

Lust auf den Fußballsport? Bitte meldet Euch bei David Sattler (Senioren), Marian Lex oder Sascha Huck (SoMa/Alte Herren) oder Maike Lex (Jugendmannschaften). Lust aufs Schiedsrichtern? Ansprechpartner ist Gerd Huck.

david.sattler@vfrmeerholz.de
marian.lex@vfrmeerholz.de
sascha.huck@vfrmeerholz.de
maike.lex@vfrmeerholz.de
gerd.huck@vfrmeerholz.de

 

Historie des Vereins

Die Geschichte des Fußballs in Meerholz ist eigentlich die Historie von fünf Vereinen. Allein diese Tatsache verdeutlicht, welch schwierige Zeiten der VfR 09 Meerholz, einer der ältesten Vereine im Fußballkreis Gelnhausen, im Laufe seines 100-jährigen Bestehens bewältigen musste. Zwei Weltkriege, eine Weltwirtschaftskrise und aktuell die Nachwirken einer Weltfinanzkrise galt und gilt es zu überwinden und trotz aller Widrigkeiten immer wieder dafür zu sorgen, dass das runde Leder in Meerholz rollte.

1946 Vereinslokal

Als sich am 3. Juli 1909 in der Gastwirtschaft Müller/Jost, dem “Goldenen Hirsch”, 23 Personen um Heinrich Jakob trafen, um den Fußballclub Viktoria 1909 zu gründen, waren die Zeiten für Fußballer im Wilhelminischen Deutschland alles andere als “kaiserlich”. Die Gründerjahre waren schwierig, denn der “englische Sport” Fußball war verpönt, und der Mitgliedsbeitrag für Aktive von 40 Reichspfennig je Monat musste aus zumeist kargen Geldbeuteln gepresst werden. Passive Förderer des Vereins mussten immerhin 20 Pfennig je Monat zahlen, der Beitrag konnte aber auf Beschluss des Vorstandes auch gestundet oder ganz erlassen werden. Der Eintritt zu den Spielen des jungen Vereins kostete aber auch bereits stolze 50 Pfennig. Zweck des Vereins war laut Satzung „a.) die Kräftigung des Körpers, b.) die Förderung aller Rasen- und Bewegungsspiele, und c.) die Hebung der Geselligkeit und Kameradschaft.“

1919 SV Meerholz

Erst im Frühjahr 1910 bekam die Viktoria an der Flur “Nachtweide” im Meerholzer Unterland ein Sportgelände und damit ein sportliches zu Hause – und die Mitglieder brauchten einen ganzen Sommer, um aus diesem Gelände einen bespielbaren Sportplatz zu machen. Am 23. Oktober 1910 wurde das Gelände feierlich eingeweiht – und die “Viktoria” verlor gegen die 2. Mannschaft der “Germania Gelnhausen” (heute der FC 03 Gelnhausen) mit 0:3 Toren. Auch eine „zweite“ Mannschaft gab es bereits, sie verlor ihr erstes Spiel gegen den Ballspielclub Hanau ebenfalls mit 0:3 Toren.

Es folgten fünf verschiedene Vereinsnamen (Viktoria 1909, Sportverein 1919, VfR 1928 Meerholz, SG Meerholz 1945 und schließlich seit 1953 VfR 09 Meerholz), zwei Weltkriege, ein Kreispokalsieg 1971 und sowie zwei Spielzeiten in der Bezirksoberliga Frankfurt/Ost (1973/74 und 2007/08). Zwei Mal kam das Vereinsleben völlig zum Erliegen: 1926/27 nach Weltwirtschaftskrise und Hyperinflation, sowie während des Zweiten Weltkriegs wegen Spielermangels und anderer Sorgen – aber stets fanden sich schnell wieder Meerholzer Fußballverrückte — oftmals mit den Nachnamen Jakob, Kreutzer, Ott oder Huck– um den Verein wieder zum Leben zu erwecken.

Von 1909 bis 1914 war die Viktoria Meerholz Mitglied im Süddeutschen Fußballverband und damit Mitglied im 1900 gegründeten Deutschen Fußballbund (DFB). Nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) gründete sich der Fußballklub im Frühsommer 1919 als „Sportverein 1909“ mit Heinrich Kreutzer sen. als Vorsitzendem neu. Der Verein wird Mitglied im Kinzigtaler Fußballbund, dem alle Vereine der Umgebung angehörten. Am Karfreitag 1922 schlägt die erste große Stunde des Vereins: Mit einem 1:0-Sieg gegen den SV Neuses wird der SV 1909 Meerholz in Altenmittlau Kinzigtalmeister der C-Klasse.

In den folgenden Jahren erlebten alle Sportvereine schwere Zeiten, denn die Weltwirtschaftskrise und die daraus resultierende Hyperinflation leerten die Vereinskassen überall. In Meerholz kamen noch interne Streitigkeiten um das Vereinslokal hinzu, so dass der Fußballsport 1926/1927 völlig zum Erliegen kam. Erst der Initiative des jüdischen Lehrers Strauß war es zu verdanken, dass sich der Verein 1927 wieder beim Süddeutschen Fußballverband anmeldete. Nach längeren Verhandlungen konnten die Fußballer am 6. April 1928 den „Verein für Rasenspiel 1928“ gründen. Josef Börner wurde Erster Vorsitzender, Lehrer Strauß Schriftführer und Wilhelm Jost Kassierer.

1928 VfR 1928 Meerholz

Sportlich konnte der „VfR 1928“ keine großen Erfolge erzielen. Die erste Mannschaft spielte in der II. Kreisklasse, neben Fußball wurde im neuen Verein aber auch Leichtathletik großgeschrieben. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde auch das Meerholzer Vereinsleben zunehmend von NS-Organisationen in den Hintergrund gedrängt. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges kam es wegen Spielermangels zu einer Spielgemeinschaft mit dem FSV 1928 Hailer. Zu Kriegsbeginn gab es dann nur noch eine Jugendmannschaft, und während des Krieges ruhte der Ballsport schon bald vollständig.

Erstaunlich schnell erholte sich nach Kriegsende das sportliche Leben in Meerholz. Schon am 24. April 1945 versuchten die Fußballer, den VfR wieder aufleben zu lassen, doch erlaubt wurde nur die Gründung einer „Sportgemeinschaft (SG) Meerholz“, die am 22. Oktober 1945 aus der Taufe gehoben wurde. Erster Vorsitzender des Vereins war Konrad Eller, zum Stellvertreter wurde Jusef Börner gewählt. Die SG Meerholz spielte Anfangs nur Fußball und belegte im 1. Wettbewerb nach dem Krieg bei Gruppenspielen des Kreises Gelnhausen mit 23:9 Punkten den 1. Platz. 1946 wird die SG Meerholz bei der Neueinteilung der Fußballklassen der B-Klasse Gelnhausen zugeteilt. In der Spielzeit 1947/1948 wird hier über die Meisterschaft der Aufstieg in die A-Klasse erreicht.

Die Vereinsführung übernahmen 1949 Wilhelm Jakob und Wilhelm Ott die Vereinsführung. Anfangs der 1950er Jahre lösten sich die anderen Vereine aus der „Sportgemeinschaft“ nach und nach heraus, und übrig blieb nur noch die Fußballabteilung. Folgerichtig gab man sich 1953 den Nahmen „Verein für Rasenspiele“ (VfR) und fügte dem Vereinsnamen das Gründungsjahr des Meerholzer Fußballs 1909 hinzu. Bis 1960 spielte der VfR 09 Meerholz in der A-Klasse. Die Platzierungen bewegten sich zwischen Platz 2 (1950/51) und Platz 15 (1959/1960), was den Abstieg in die B-Klasse bedeutete.

Doch schon 1963, nach nur dreijährigem Anlauf, gelingt die Meisterschaft in der B-Klasse und damit der Wiederaufstieg in die A-Klasse. Auch die Reserve-Mannschaft kickt in dieser Zeit sehr erfolgreich: Sie wurde Vize-Meister der B-Klasse der Reserven.

1971 Kreispokal

Im März 1971 stellten sich Wilhelm Jakob und Wilhelm Ott nach 22 Jahren an der Spitze des Meerholzer Fußballvereins nicht mehr zur Wiederwahl. Heinrich Kreutzer, seit 1959 Kassenwart, wurde neuer Vereinsvorsitzender, Willi Sperzel sein Stellvertreter und Heinz Jakob Spielausschußvorsitzdender. Der neue Vorstand machte es sich zur dringlichsten Aufgabe, eine zeitgemäße Sportanlage mit eigenem Vereinsheim zu schaffen. Zunächst wurden die Umkleideräume am Sportplatz am Meerholzer Bahndamm und die dort installierte Flutlichtanlage modernisiert (1971). Anschließend ging man an den Bau eines neuen Sportplatzes und zusammen mit dem Meerholzer Gesangverein an den Bau eines gemeinsamen Vereinsheimes neben der neu errichteten Sport- und Kulturhalle  in Meerholz. In dieses Projekt investierten vor allem Wilhelm Scharf und Wilhelm Pauli unzählige Arbeitsstunden bis zur feierlichen Einweihung im April 1975. Am 18. Mai 1976 kann der VfR 09 Meerholz rund 2,200 Zuschauer zum Einweihungsspiel gegen die Bundesliga-Mannschaft der SG Eintracht Frankfurt begrüßen auf dem neuen Sportplatz begrüßen – die Partie ging zwar mit 0:7 verloren, doch das störte in Meerholz damals niemanden.

Denn sportlich gehörten die 1970er Jahre sicherlich zu einer der „Hochzeiten“ des Fußballs in Meerholz. Schon 1971 wurde der VfR 09 Meerholz durch einen 2:1-Finalsieg über Altenmittlau Kreispokalsieger, In der Saison 1972/1973 wurde nach zehn Jahren mit durchweg guten Platzierungen rechtzeitig zur 800-Jahrfeier von Meerholz die angestrebte Meisterschaft in der A-Klasse eingefahren. Mit 39:13 Punkten lag man am Saisonende einen Punkt vor der Melitia aus Roth (38:14) und kickte in der folgenden Spielzeit erstmals in der Bezirksliga (heute Gruppenliga Frankfurt/Ost). Trotz großen Engagements wurde das Ziel Klassenerhalt am Ende knapp verfehlt und die Mannschaft musste zurück in die A-Klasse Gelnhausen. Von 1974 bis 1980 konnte der VfR 09 Meerholz insgesamt sechs Mal die Stadtmeisterschaft der Barbarossastadt Gelnhausen erringen.

Die Saison 1981/1982 brachte für die Seniorenmannschaft leider den Abstieg in die B-Klasse. Der mühevolle Wiederaufstieg in die A-Liga (die in dieser Zeit zur Bezirksliga umgetauft wurde und inzwischen auf den Namen Kreisoberliga Gelnhausen hört) dauerte trotz mehrerer hoffnungsvoller Versuche insgesamt acht Spielzeiten, ehe der VfR 09 in der Saison 1989/1990 einen Relegationsplatz belegte und seine Chance zum Aufstieg gegen die Mitbewerber Hesseldorf und Haingründau zu nutzen verstand. In beiden Auseinandersetzungen wurde der Grundstein zum Erfolg in den Heimspielen (6:1 gegen Hesseldorf, 8:1 gegen Haingründau) gelegt, die Rückspiele waren dabei jeweils nur noch Formsache.

Auf der Vorstandsebene stellte sich Heinrich Kreutzer nach 16 Jahren an der Spitze des Vereins 1987 nicht mehr zur Wiederwahl. Dem Duo Dieter Kreis und Heinz Jakob folgte vier Jahre später das Führungstandem Heinz Jakob und Gerd Huck. Die erste Mannschaft musste nach sechs Spielzeiten im hinteren Mittelfeld der Liga 1995/1996 wieder die Bezirksliga verlassen und spielte fünf Spielzeiten in der A-Liga, ehe in der Saison 1999/2000 der zweite Platz in dieser Klasse zum Wiederaufstieg in die Bezirksliga berechtigte. Es folgte die jüngste Blütezeit des Vereins: Während Gerd Huck 2001 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, kämpfte sich die erste Mannschaft in die Spitzengruppe der Bezirksliga vor und stieg nach der Saison 2006/2007 als Tabellenzweiter hinter dem FC Bayern Alzenau II in die Bezirksoberliga auf, die inzwischen zur Gruppenliga Frankfurt/Ost umbenannt wurde. Nach einer wechselhaften und spannenden Saison schaffte es der VfR durch fünf Siege in den letzten sechs Saisonspielen, sich vom vorletzten auf den den Relegationsplatz vorzuarbeiten und mit einer souveränen Relegationsrunde den Klassenerhalt zu sichern. Ein Jahr später erfolgte dann aber doch der Abstieg in die Kreisoberliga Gelnhausen, in der die Mannschaft zunächst etliche Jahre unter Trainer Uwe Müller in der Spitzengruppe der Liga zu finden war. In den letzten vier Jahren stand eher der Abstiegskampf im Vordergrund, wobei in der Saison 2015/2016 und in der Saison 2016/2017 zwei Mal erst in der Relegation (beide Male gegen den TSV Wirtheim als Drittplatzierten der Kreisliga A) der Klassenerhalt in zwei nervenaufreibenden Relegationen gesichert werden konnte. „Interimstrainer“ in beiden Relegationsjahren war der frühere Verbandsligatrainer Klaus Dörner, der aktuell auch die sportliche Leitung der Ersten Mannschaft innehat. Die Zweite Mannschaft pendelte in den letzten Jahren zwischen C-, B- und A-Klasse und spielt aktuell in der Kreisliga B Gelnhausen. Trainer der Zweiten Mannschaft ist seit der Saison 2015/2016 Michael Böhm.

Der Kader des VfR 09 Meerholz beim Trainingsauftakt (Bild: K. Brune)

Geführt wird der Verein seit 2007 von Klaus Brune (1. Vorsitzender) und Dietmar Appl (2. Vorsitzender). Heinrich Kreutzer, Heinz Jakob und Gerd Huck wurden aufgrund ihrer großen Verdienste zu Ehrenvorsitzenden ernannt. Geschäftsführer ist Roland Moraske, die Kassenwarte sind Dietmar Appl und Marian Lex, Schriftführerin ist Maike Lex. Martin Maldfeld und Ewald Höpp sind nach 29 Jahren als Schriftführer im März 2013 zu Ehrenschriftführern ernannt worden. Sportlicher Leiter ist David Sattler, der den Spielbetrieb der Senioren zusammen mit Alexander Eichenauer und Matthias Horstkamp organisiert. Abteilungsleiter bei den „Alten Herren“ ist  Marian Lex (SoMa-Abteilung).

Die Jugendmannschaften der JSG Hailer/Meerholz/Roth (Bild: Klaus Brune)

In der Jugendabteilung startet der Verein unter der Führung der Jugendleiterin Maike Lex (seit März 2014) einen sportlichen Neuanfang. Derzeit spielen die kleinen VfR-Kicker in einer Spielgemeinschaft mit den Nachbarn FSV Hailer und Melitia Roth — diese JSG Hailer/Meerholz/Roth soll ab der Saison 2017/2018 Jahre über alle Altersklassen ausgebaut werden. Rund 100 Jugendliche kicken aktuell für den VfR.

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Was die gesellschaftliche Akzeptanz in Deutschland angeht, ist der Fußball seit der Gründung des Deutschen Fußballbundes im Jahre 1900 schon einen weiten Weg gegangen – nicht zuletzt die beeindruckende „Party-Stimmung“ rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und der daraus resultierende Kinostreifen „Deutschland – ein Sommermärchen“ von Regisseur Sönke Wortmann haben dies eindrucksvoll dokumentiert. Der VfR 09 Meerholz hat diesen Weg ein gehöriges Stück mitgestaltet — und tut das auch heute noch: Anfang des Jahrtausends beteiligten wir uns an einer DKMS-Typisierungsaktion, seit Februar 2014 sind wir zudem einer der ersten Vereine auf Kreisebene, der die Kampagne des Hessischen Fußballverbandes „Nein! Zu Diskriminierung und Gewalt“ aktiv unterstützt.

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Klaus Brune, 1. Vorsitzender