HFV informiert – VfR sieht sich bestätigt

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Der Hessische Fußballverband (HFV) hat am Samstag in einer dreistündigen Videokonferenz über die Aufnahme des Trainingsbetriebs und die mögliche Fortsetzung der Saison informiert. Der VfR, der mit zwei Vorstandsmitgliedern an der Web-Konferenz teilnahm, sieht sich dabei in seiner Entscheidung bestätigt, vorerst noch keinen Trainingsbetrieb anzubieten.

„In der derzeitigen unklaren Gemengelage und angesichts der persönlichen Haftung des Vereins und der Trainer ist es keinem Übungsleiter zuzumuten, die Verantwortung für ein Mannschaftstraining zu übernehmen“, fasste Vereinsvorsitzender Klaus Brune die Ergebnisse der Konferenz aus Sicht des VfR zusammen.

„Zudem wird die Stadt Gelnhausen nach unseren Informationen erst am Dienstag (12.5.) darüber entscheiden, ob und in welcher Form die städtischen Plätze überhaupt für Freizeitsport freigegeben werden“, so der VfR-Vorsitzende nach einem Gespräch mit Bürgermeister Daniel Glöckner.

Zuvor hatte HFV-Rechtsexperte Torsten Becker betont, dass im Falle einer Neuinfektion mit dem Covid-19-Virus nach einem Training von den lokalen Gesundheitsämtern überprüft werden wird, ob die Hygienevorschriften eingehalten wurden. „Zudem können dann Quarantäne-Vorgaben für alle Teilnehmer und deren private Kontakte ausgesprochen und sowohl der Verein als auch der verantwortliche Trainer wegen einer eventuellen Ordnungswidrigkeit zur Verantwortung gezogen werden.“ Zum gesundheitlichen Schaden und persönlichen Ausgangsbeschränkungen kämen also auch noch finanzielle Strafen hinzu.

„Vor diesem Hintergrund sehen wir uns in unserer vorsichtigen Haltung bestätigt“, erklärte VfR-Vize Dietmar Appl. „Wir werden die weitere Entwicklung genau beobachten und gegebenenfalls kurzfristig neue Entscheidungen treffen; aber derzeit halten wir das Angebot eines Trainingsangebots für nicht verantwortbar.“

Zuvor hatte HFV-Verbandspräsident Stefan Reuß die schwierige Situation beschrieben, vor der der Verband stehe. „Fortsetzung oder Beendung der Saison 2019/20 – dazu gibt es heterogene Meinungen. Am Ende wird es eine Mehrheitsentscheidung geben, wobei die letztendliche Entscheidung einem Verbands-Sondertag vorbehalten ist, der nach Möglichkeit bis Mitte Juni stattfinden soll.“

Einige Tendenzen zeichneten sich in der Web-Konferenz ab. Es ist mittlerweile fast unvorstellbar, dass die Saison 2019/20 noch regulär zu Ende gebracht werden kann. Derzeit gibt es zwei Szenarien, die betrachtet werden: Eine Fortführung, z.B. ab dem 1.9., oder ein Abbruch der Saison.

Bei einem Abbruch schält sich die „Quotientenregelung“ heraus, wie Jürgen Radeck, Verbandsspielwart beim HFV, andeutete. Demnach wird die Zahl der bislang erspielten Punkte durch die Zahl der ausgetragenen Spiele geteilt und mal 100 genommen. Bei der daraus resultierenden Tabelle mit einer Nachkommastelle wird bei Punktgleichheit anschließend zunächst der direkte Vergleich, anschließend die Tordifferenz zur Ermittlung der Platzierung herangezogen.

Darauf aufbauend müsste die Frage des Auf- und Abstiegs entschieden werden. Derzeit werden auf Hessenebene zwei Szenarien konkreter durchgespielt, wobei auch noch das Meinungsbild der Vereine herangezogen werden soll: Ein Szenario mit Auf- und Abstieg, oder ein Szenario nur mit (einem) Aufsteiger und ohne Absteiger und Relegationsspiele.

Auch wenn dazu in der Konferenz noch keine klare Aussage getroffen wurde, schälte sich heraus, dass die Tendenz in Richtung „Abbruch und Wertung ohne Absteiger und nur mit Aufsteiger“ geht. Damit würden die unteren Kreisklassen kleiner und die oberen Ligen im Verband größer werden – „im Mittelbau gibt es kaum Veränderungen“, so Verbandsspielwart Jürgen Radeck.

Im Jugendbereich setzt sich der HFV kritisch mit der Absicht des Bayerischen Fußballverbands auseinandersetzen, die Saison ab September fortsetzen zu wollen. Diese Lösung sei problematisch, weil die Kinder und Jugendlichen ja auch älter werden und damit für neue Altersklassen spielberechtigt sind. Hinzu komme die Problematik des Zu- und Wegzugs von Kindern. Hier deutet sich an, dass der HFV in Richtung „Abbruch der Saison“ tendiert.

Auch im Jugendbereich ist es dabei wahrscheinlich, dass am Ende die Quotientenregel zur Ermittlung der Tabelle herangezogen wird. Und auch hier erscheint wahrscheinlich, dass mit Aufstieg, aber ohne Abstieg gewertet wird und es keine Entscheidungsspiele oder -Runden geben wird.

Hinweis: Dieser Artikel wurde am 9.5. im letzten Absatz korrigiert, um die voraussichtliche Rundenwertung im Jugendbereich richtig darzustellen: Es erscheint wahrscheinlich, dass ohne Abstieg und nur mit Aufstieg gewertet wird.


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