Meerholzer Fußballer trauern um Heinrich Kreutzer

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Der VfR 09 Meerholz hat einen guten Freund verloren. Heinrich Kreutzer, Ehrenvorsitzender des Vereins seit 1987, ist am Dienstag im Alter von 98 Jahren verstorben. „Er hat sich um den Meerholzer Fußball unsterbliche Verdienste erworben. Sein Lebenswerk haben wir bereits vor acht Jahren ausgezeichnet, als wir das von ihm maßgeblich mitgestaltete Vereinsheim nach ihm benannt haben. Dadurch wird sein Name beim VfR niemals in Vergessenheit geraten“, so VfR-Vorsitzender Klaus Brune. Die Gedanken aller Meerholzer Fußballer seien in diesen Tagen mit der Familie Kreutzer.

Wohl kaum ein Name ist so eng verbunden mit der Geschichte des VfR 1909 Meerholz e.V. wie der von Heinrich Kreutzer. Die unglaubliche Zahl von 89 Jahren hielt er „seinem“ VfR die Treue. Sein Vater, Heinrich Kreutzer senior, war einer der Gründungsväter des Fußballsports in Meerholz und führte den Verein als Vorsitzender, als Heinrich Kreutzer am 1. Januar 1931 Mitglied beim VfR 09 Meerholz wurde. Es waren keine rosigen Zeiten damals für den Fußballsport, denn nach Weltwirtschaftskrise und Hyperinflation musste der Mitgliedsbeitrag aus dünn gefüllten Portemonnaies gepresst werden. Bald nach dem Kriegsausbruch ruhte beim VfR der Ball vollständig.

Nach der neuerlichen Wiederauferstehung als SG Meerholz im Jahre 1945 trug Heinrich Kreutzer als aktiver Spieler seinen Teil dazu bei, dass die Meerholzer Fußballer 1948 B-Klassenmeister wurden. Später wechselte er in die Vorstandsetage und übernahm 1959 das Amt des Kassenwartes. Als sich das erfolgreiche Führungsduo Wilhelm Jakob und Wilhelm Ott im März 1971 nach 22 Jahren an der Spitze des Vereins nicht mehr zur Wiederwahl stellte, fand sich Heinrich Kreutzer plötzlich in der vordersten Reihe wieder. Wie vor dem Krieg sein Vater führte er als Vereinsvorsitzender den VfR 09 Meerholz.

Die folgenden 16 Jahre seiner Amtszeit waren so etwas wie die erste Blütezeit des Vereins, sowohl in sportlicher wie auch gesellschaftlicher Hinsicht. Sportlich erfolgreich waren vor allem die 1970er Jahre, als der VfR 1971 Kreispokalsieger wurde und 1973 für ein Jahr in die Bezirksliga (heutige Gruppenliga) aufstieg. Von 1974 bis 1980 konnte der VfR 09 zudem sechs Mal die Stadtmeisterschaft der Barbarossastadt Gelnhausen erringen.

Unter der Führung von Heinrich Kreutzer ging es aber auch mit der Infrastruktur des Vereins aufwärts. Im April 1975 konnte das neue Sportgelände an der Sport- und Kulturhalle geschaffen werden, das im Mai 1976 vor 2.200 Zuschauern mit einem Spiel gegen die Bundesliga-Mannschaft der Frankfurter Eintracht eingeweiht wurde. Gleichzeitig erstand das gemeinsam mit dem Männergesangverein betriebene Vereinsheim direkt am neuen Sportgelände – ein Projekt, in das auch Heinrich Kreutzer unzählige Arbeitsstunden investierte. 

Erst 1987 stellte sich Heinrich Kreutzer nicht mehr zur Wiederwahl, seither war er einer der drei Ehrenvorsitzenden des VfR 09 Meerholz. Inzwischen sind ihm so ziemlich alle Ehrungen zuteil geworden, die für ehrenamtliche Vereinsmitarbeiter vorgesehen sind. Er trägt die Goldene Ehrennadel des VfR 09, die Ehrennadel des Sportkreises Gelnhausen und die Große Verbandsehrennadel des Hessischen Fußballverbandes. Auch der Landessportbund bedachte ihn mit seiner Verdienstnadel, die Stadt Gelnhausen verlieh ihm 1984 ihr Stadtsiegel und das Land Hessen 1986 den Ehrenbrief.

Der VfR 09 Meerholz wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.

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